19 Februar, 2018

Danke. Bitte. Entschuldigung. Die Zicke in mir....


Letztens saß ich im Wartezimmer beim Arzt und aus lauter Langeweile und Gewohnheit griff ich zum nächstbesten Schmökerblättchen. 10 Tipps für gute Reaktionen, wenn dir einer dumm kommt. So oder so ähnlich hieß die Headline der Thematik.
Doch ich kann keinen Tipp davon wirklich gut nachvollziehen. Nur ein Beispiel, dass mir in Erinnerung verblieben ist: Beim Einkaufen schiebst du den Einkaufswagen viel zu schnell durch die Gänge und rammst nach der erstbesten Kurve den Einkaufswagen einem Mitmenschens. Dieser zeigt dir den Vogel. Die (scheinbar) richtige Reaktion darauf ist ein schnippisches "Danke, ja, ich finde auch, dass ich Köpfchen habe!"

Ich hebe beim Lesen eine skeptische Augenbraue hoch (nein, eigentlich nicht, denn ich kann leider nicht -nur eine- Augenbraue heben. Aber in  Gedanken mache ich es genau so!).
Was ist aus dem guten alten "Entschuldigung" geworden?
  • Auf dem Spielplatz stolpert ein Kind über den Schuh des Vaters, fällt und weint. "Ja, das kommt davon, wenn du nicht guckst wo du hinläufst!", blökt er.
  • An der Tür eines Geburtstagskind stehen wir mit dem Geschenk in der Hand. Die Tür wird geöffnet, das Geschenk aus der Hand gerissen: "Gib, das ist meins!" ruft das Kleinkind!
  • Beim Bäcker an der Theke. Ein junges Mädchen wäre rein rechnerisch an der Reihe, doch noch während sie den Mund öffnet, um ihre Bestellung aufzugeben, drängelt sich von hinten ein mürrisch wirkender älterer Herr vor. "Neeneenee! Ich war zuerst da!"
  • Im Großraumbüro unter den Kollegen. Es wird laut diskutiert: "Haltet mal endlich die Fresse!" kommt es empört aus einer anderen Ecke.
  • Eine Unterhaltung zwischen zwei anderen Kollegen. Ein Hinweis, auf eine noch nicht erledigte Arbeit, die fertig werden muss. Die schnippische Antwort: "Ich muss überhaupt nur Sterben und du kannst dich erstmal hinten anstellen!"

Was ist passiert? Ist es nicht mehr schick, höflich zu interagieren?
Muss man immer super schlagfertig und gehässig sein, wenn man auf eine Frage antwortet?







Dieses Verhalten beobachte ich seit einigen Wochen. Aber nicht nur bei "den anderen", sondern erschreckenderweise auch bei mir.
Bei der Arbeit mit einem schnippischen Spruch zu reagieren und Coolness und Härte zu demonstrieren, ist viel leichter, als einfach "Ja" zu sagen. Auf die Frage, warum eine Aufgabe/Gegenstand/Mahlzeit noch so unfertig/gelb/blöd/laut aussieht, antworte ich eigentlich grundsätzlich mit einem nicht ernstgemeinten: Pfff... DU siehst unfertig/gelb/blod/laut aus! Auf ein gut gemeintes Kompliment rutscht mir ein überheblich klingendes Ja, ich weiß heraus.

Und ich muss euch ehrlich sagen, dass ich das nicht mal merke. Erst jetzt, durch das Schreiben an diesem Blogbeitrag, den ich bereits vor Wochen begonnen habe, fällt mir auf, dass ich selbst gar nicht die Höflichkeit in Person bin, sondern manchmal echt ne fiese Ziege!
Zumindest aber oft subtil negativ mit einem oberflächlichen Lächeln.

Warum?
Stecken wir alle in einer so festen "ichschützmichselbst"-Kugel, dass wir auf Danke, Bitte und Entschuldigung verzichten? Ist es meine persönliche Freiheit, auf Fragen, Hinweise und Ansprachen so zu reagieren, wie ich gerade mag? Wo setze ich die Grenze zwischen "Ich darf so handeln, weil es mich schützt" und "ich sollte mich zusammenreißen, weil es andere verletzt"?





Wisst ihr, bevor ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe, hätte ich mich als sehr freundlichen und netten Menschen betrachtet. Ich achte sehr darauf, mich zu entschuldigen, am Morgen im Büro einen netten Gruß auf den Lippen zu tragen oder mich für Hilfe zu bedanken. Ich wollte einen Blogbeitrag schreiben, in dem ich andere dazu motiviere, die eigene Überheblichkeit und en inneren Groll gegen den viel zu frühen Montagmorgen (oder was auch immer) mal zu ignorieren und dem Gegenüber ein Lächeln zu schenken.

Jetzt stehe ich also hier, am Ende des Blogbeitrags, ganz ohne motivierenden oder inspirierenden Satz und frage mich: Bin ich echt so eine blöde Schnepfe?

Schafft ihr es, immer höflich zu bleiben? Oder habt ihr auch eine kleine Zicke in euch, die euch manchmal einfach beschützt, ohne auf das Empfinden des Gegenübers zu achten?


Lieblingsgrüße!






09 Februar, 2018

Unverpacktes Erlebnis - Grüne Gedanken beim Einkaufen

Kühlschrank leer! Auf gehts zum Supermarkt.
Beim regelmäßigen Einkauf kann man man auch im Supermarkt schon etwas verändert. Der Verzicht auf unnötige Umverpackungen, ein gezielterer und geplanterer Einkauf und die eigenen Körbe und Beutel im Gepäck machen auf lange Sicht bereits einen Unterschied.



Allerdings ist das unverpackte Angebot in einem Discounter meist wirklich eher eintönig. In einem Biomarkt dagegen schon fast wieder unbezahlbar.
Es ist nicht ganz einfach, das für sich persönlich perfekte Mittelmaß zu finden. Mittlerweile haben wir ein bisschen Erfahrung gesammelt und wissen, was es wo im näheren Umkreis unverpackt gibt und was nicht. Auch haben wir, dadurch, dass wir gezielter einkaufen ein wenig unsere Ernährungsweise angepasst. (Beispielsweise essen wir Kartoffeln oder Blumenkohl häufiger, da es beides unverpackt gibt). Mit jedem Wocheneinkauf reduzieren wir unseren Plastikmüll wieder um eine Klitzekleinigkeit und das macht uns riesig Spaß.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, noch mal einen Schritt weiter zu gehen und habe einen Unverpackt-Laden ausprobiert.
Hier "aufm Dorf" gibt es das leider nicht. Der nächste Unverpackt-Markt wäre 45km entfernt. Aber am vergangenen Wochenende bot sich mir die Möglichkeit den Laden Kernidee in Paderborn zu besuchen.





Für mich war es ein tolles Erlebnis, fast wie in einem Freizeitpark für Nahrungsmittel. Allein schon der Stil des Ladens, durch viel Holz und Glas geprägt, macht einen cleanen Eindruck und vermittelt so ein irgendwie befreites Gefühl.
Getreide, Nüsse, Kerne, Samen, aber auch Süßigkeiten reihten sich Glas an Glas. Es sieht wirklich wunderhübsch aus, findet ihr nicht auch?

Da es "mein erstes Mal" war, war ich kurzzeitig überfordert von meinen Eindrücken. Aber das wirklich liebe Personal von Kernidee, hat mich direkt als Neuling enttarnt und stand mir helfend zur Seite. Sie erklärte mir, dass die mitgebrachten Gefäße zuerst gewogen werden. Das Packungsgewicht (Tara) wird notiert. Entweder auf einem Stück Kreppband, oder aber noch nachhaltiger, einfach mit einem dicken Stift auf dem Deckel des Gefäßes. Dann kann man abfüllen, was man braucht. Vorsichtig fragte sie: "Haben sie denn ein Gefäß dabei?" 

Pahahaa! Na klaro! Ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal mache!
Okay, doch... ist es... aber ich war vorbereitet. Für alle die völlig spontan mal an Kernidee vorbei kommen, gibt es aber natürlich auch für alles ein passendes Behältnis käuflich zu erstehen.




Es gibt neben Trockenwaren auch stickerfreies Obst und Gemüse, Eier, Milchprodukte, Marmelade, Honig, Säfte und sogar Bier. Alles in Glas, Pfandglas oder ganz ohne Verpackung. 
Aber auch Putz- und Waschmittel zum selber zapfen, Hygieneartikel, Küchenutensilien. 
Außerdem gab es einen Korb in dem Obst und Gemüse mit Runzeln, Dellen oder weichen Stellen aussortiert wurde. Total klasse, denn die Nahrungsmittel konnte man mitnehmen und so verhindern, dass sie einfach im Müll landen. 


Meinen kleinen Einkauf seht ihr übrigens hier im Bild. Für mich gab es einen Deostick von ,Ben & Anna' von dem die Verkäuferin mir an der Kasse vorgeschwärmt hat. Ich bin sehr gespannt auf Funktion und Wirkung. Auf jeden Fall ist er komplett in Papier verpackt.
Außerdem habe ich mir eine Holzspülbürste gegönnt und etwa 200g Quinoa in mein mitgebrachtes Gefäß abgefüllt. Und dann war ich noch so gespannt auf Dentatabs (die ich auch in ein mitgebrachtes Gefäß gefüllt habe) und Bambus-Zahnbürsten. Bei der Zahnhygiene probiere ich mich gerade an ein paar Experimenten aus. Ich lasse euch teilhaben, wenn meine gesammelten Informationen einem Blogbeitrag gerecht werden. Wie fändet ihr das?


Ward ihr auch schon mal in einem Unverpackt-Laden?

Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!


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P.S.:
Wer keinen Unverpackt Laden in der Nähe hat, kann sich vielleicht über Bauern in der Umgebung informieren oder an einem Samstag den Markt besuchen.
Schaut doch mal auf die Karte von Shia, ob es einen Unverpackt Markt in eurer Gegend gibt.

P.P.S:
Demnächst möchte ich noch den Unverpackt Laden in Osnabrück und/ oder in Münster besuchen. Beide sind für mich als Ausflugsziel erreichbar, wenn auch nicht für einen Wocheneinkauf geeignet.


06 Februar, 2018

Emma.Septemberkind - Kindermund

Heute trägt das Zuckermädchen eines ihrer liebsten Outfits, die nicht aus meiner Nadel stammen.
Heute schmückt sie sich sozusagen in fremde Federn.





Ich berichtete euch kürzlich von einem kleinen, gemütlichen Nähevent in Trier. Mit vier Frauen ließen wir bis spät in die Nacht die Maschinen rattern. Es war so herrlich, ich schwelge immer mal wieder in angenehmer Erinnerung.
Bei diesem Nähevent entstand auch diese super coole pinke Biker-Jeans. Eigentlich gedacht für Emma.Oktoberkind. Die kleine Dame habe ich an dem Wochenende bei Barbara direkt ins Herz geschlossen. Wie kann man auch anders, wenn die Maus bereits nach einer knappen Stunde Kennlernzeit entschließt: DU bist meine Freundin! 

Und auch das Zuckermädchen und die kleine Emma.Oktoberkind waren ein Wochenende lang ein Herz und eine Seele. Auf dem Rückweg in unser Heimatstädtchen plauderte das Mädchen ganz begeistert:

Emma und ich waren fast wie Zwillinge! Wir sind beide blond, wir gehen beide schon zur Schule, wir tragen beide bunte Sachen und wir haben den gleichen Namen!






So einfach ist das!
Mit der coole pinken Jeans war es am Wochenende leider nicht ganz so einfacher. Nach der ersten Anprobe mussten wir leider feststellen, dass die dem Oktoberkind nicht passen möchte. Hm.
Die Folge war verstänlicherweise ein langes Gesicht bei Mama.Oktoberkind, nachdem sie akribisch und stundenlang perfekte (!) Biesen genäht hat. Doch Emma.Oktoberkind rief ganz frei heraus: Das Zuckermädchen soll sie dann haben!

Ui! Ich schwankte zwischen einem tanzenden: Krass! Echt jetzt?! Und mich übervorteilt fühlendem: Nein, das kann ich nicht annehmen. Es waren schließlich noch weitere Mädchenmütter da.

Aber Mama und Kind Oktoberkind bestanden darauf und so darf sich das Zuckermädchen heute auch ganz genau so anziehen, wie Emma.Oktoberkind.
Die tolle Weste mit den Ameisen ist nämlich ebenfalls ein Erbstück aus Trier. Danke!

Lieblingsgrüße

04 Februar, 2018

Hol dir dein Einhornhaarband!




Seid ihr auch so gespannt, wer die Einhorn-Haarreifen gewonnen hat? 
Ich hab die Kommentare auf facebook und im Blog zusammengefasst und per random.org die drei glücklichen Gewinner gezogen: 






Herzlichen Glückwunsch Nadine Schneider! Das Einhorn passt bestimmt super in eure Verkleidungskiste! 
Herzlichen Glückwunsch Daniela Hinck! Das meint es der Zufall gut mit dir und das fehlende Horn kommt auf dem Postweg zu dir geflattert. Ein Schneemannkostüm fänd ich übrigens ultrastark! 
Herzlichen Glückwunsch Sonja! Da haben wir ja endlich mal den Beweis, dass auch der allerste Kommentar gewinnen kann. Vielleicht kannst du mit dem Einhorn-Haarreif ja auch gedanklich in die Vergangenheit reisen. 


Ich freu mich, dass die Haarreifen sich nun auf den Weg zu den Gewinnerinnen machen können. Bitte schickt mir eure Adresse per Mail (!) an frlpaeng@bunteknete.com 


Und alle die jetzt nicht gewonnen haben, aber trotzdem gern ein Einhornhaarreif hätten, die können mit dieser Anleitung und ohne großes Budget auch ein Haarreif selber basteln. 


Lieblingsgrüße!

31 Januar, 2018

Fasching im Einhornkostüm

Wenn du ein Einhorn sein kannst, dann sei ein Einhorn.
Das Zuckermädchen schwebt seit Ausbruch des Einhornwahns auf Wolke Rosa und träumt, spielt, singt nur noch in Einhornfarben.





Dem Wunsch nach einem Einhornkostüm bin ich natürlich gerne nachgekommen. Auch wenn ich zunächst an meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifelte, denn wie zum Kuckuck soll man nur ein Einhornkostüm basteln?











Aber als der Anfang mit dem Haarreif erst mal gemacht war, tauchte auch der bunte Schweif vom letzten Kindergeburtstag wieder in der Karnevalskiste auf. Und der Rest war ein abendlicher Onlineshopping- Selbstläufer.
Manchmal muss man sich einfach etwas zutrauen, dann klappt es auch.


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Einhornhaarreif siehe hier
Einhornschweif siehe hier
Kindermakeup Palette siehe hier
Kostüm aus weißem Body, weißer Leggins und Tüllrock
Hufe aus rosa Plüsch selbst genäht

MACHT NOCH SCHNELL BEIM GEWINNSPIEL MIT!

29 Januar, 2018

Was ist da unter meinem Bett? Angst bei Kindern

Weit aufgerissene mit Tränen gefüllte Augen erblicke ich, nachdem ich von einem Schrei alarmiert in das Kinderzimmer sürze.
Ein Alptraum, ein Nachtschreck oder einfach das Gefühl, "dass da was ist" wecken mich und das Zuckermädchen nicht selten.
Sie ist hochsensibel, was ihre Angste und Emotionen angeht. So kann sie bei einem schönen Film vor Freude kaum im Stuhl sitzen oder ist vor Liebe manchmal kaum zu bändig.
Aber genau so stark ist das Gefühl der Angst, wenn sie alleine ist, sich in einem dunklen Raum befindet oder einfach ihre Fantasie mit ihr durchgeht.

Einerseits beunruhigen mich diese starken Emotionen manchmal, andererseits kenne ich selbiges selbst im Erwachsenenalter auch von mir. Ja, lacht ruhig, aber ich konnte monatelang nicht ohne Festtagsbeleuchtung durch den Flur gehen, weil ich mir einmal eingebildetet habe, dass ein Gollumähnliches Tier über den Boden kriecht und nach mir greifen will.  Und da war ich bereits nahe an den 30 Lenzen.




Wir versuchen mit der Angst umzugehen und haben uns einige Tricks überlegt, die mal mehr und mal weniger hilfreich sind. Wir möchten sie gerne mit euch teilen und vielleicht kennt ihr auch noch Tricks und Kniffe, die wir mal ausprobieren können.

Tipp 1: Kuscheltiere ganz vorn dabei
So einfach und einfallslos, wie das klingt, so wirkungsvoll ist das.
Wir bestimmen am Abend ein bis drei flauschige "Aufpasser" mit besonderen "Aufpasserfähigkeiten".
Das Plüscheinhorn versteckt in jeder seiner bunten Strähnen einen schönen Traum. Man muss die Strähne nur ganz fest in der Hand halten, dann kommt der Traum von allein.
Die Teddy-Schildkröte hat einen Abwehrpanzer, der Böses ganz einfach vom Bett fernhält.
Die Kuscheleule kann dich in einem bösen Traum einfach an eine andere, schönere Stelle fliegen, wenn du ihren Flügel berührst.
Mit einem Arm voller Aufpassertierchen überstehen wir fast jede Nacht ohne Zwischenfälle


Tipp 2: Ist doch eh immer das Gleiche - Rituale
Das steht in jedem Ratgeber und auf jeder Eltern-Internetseite. Zum Einschlafen sollte man sich Rituale aneignen. Am Besten schon im Säuglingsalter. Okay, mit 6 Jahren will das Mädchen sicher nicht mehr vor dem Schlafen gehen gestillt, herumgetragen und besungen werden. Die Rituale müssen sich also schon etwas an das Kindsalter anpassen und werden mit wachsendem Alter (zumindest bei uns) auch weniger umfangreich. Aber es GIBT einen Ablauf und der wird eingehalten.
Rituale geben ein Gefühl der Sicherheit. Ein Gefühl von "ich weiß ganz genau, was passiert. Ich muss keine Angst haben."

Tipp 3: Renn offene Türen ein
Bei uns sind immer alle Türen offen. Nicht nur die Kinderzimmertür ist einen Spalt weit offen und bietet so vor dem Einschlafen ein Nachtlicht aus dem erleuchteten Flur. Auch meine Schlafzimmertür ist Nachts immer für sie offen. Das bedeutet, sie darf immer und jederzeit herkommen.

Tipp 4: Mach dich nicht lächerlich
Ich nehme die Ängste des Mädchens immer ernst! Ein überhebliches "Also davor brauchst du jetzt aber echt keine Angst haben!" hilft in einer Angstsituation nämlich am wenigsten weiter.
Ich hinterfrage so weit wie möglich, wovor sie Angst hat und warum ihr diese Gestalt (meist waren es Geister) Angst macht. Dann überlegen wir gemeinsam, warum man Angst hat und ob die Angst überhaupt notwendig ist und ich bin dabei so ehrlich wie möglich.

Mit dem Satz: "Aber Geister gibts doch gar nicht!" hätte ich die Thematik vielleicht rabiat beenden können, aber wenn wir mal ehrlich sind, ist diese Aussage alles andere als befriedigend. Besonders dann, wenn man genau davor doch wirkliche und ehrliche Angst empfindet.
Ich habe ihr also erzählt, dass ich früher auch Angst vor Geistern hatte, dass ich aber in meinem ganzen Leben noch nie niemals einen Geist gesehen habe und dass ich weiß, dass auch meine Mama in ihrem Leben noch nie niemals einen Geist gesehen hat. Ich habe sie gefragt, ob sie schon mal einen Geist gesehen hat, was sie selbstverständlich verneinen konnte.
Dann haben wir weiterüberlegt, ob man überhaupt Angst vor Geistern haben muss. Was könnten die machen? Wie sähen sie überhaupt aus? Kann es sein, dass ein Geist auch ein nettes Wesen sein kann?
Es war in keinster Weise eine lächerliche Unterhaltung. Wir waren ernst und konnten anschließend ganz und gar beruhigt einschlafen. Bisher waren Geister kein Thema mehr.


Tipp 5: Ich mach dich lieb, Monster!
Es gab eine Zeit, mittlerweile ist das schon gut drei Jahre her, da weckte mich das Mädchen fast jede Nacht. Sie hatte Angst vor Tigern und dass selbige in ihr Zimmer kommen könnten.
Alle logischen Erklärungen (Es gibt keine Tiger in unserer Stadt, Tiger können keine Türen öffnen, Tiger können nicht durch dein Fenster im ersten Stock kommen) halfen nicht. Die allnächtliche Angst vor Tigern blieb.
Doch dann haben wir uns einen der Tiger geschnappt und ihn gezähmt. Er war nur hungrig und wir haben ihm ein paar Stücke Fleisch zugeworfen. Eben dieser (völlig imaginäre, nicht existente) Tiger hat seitdem vor der Tür des Mädchens gelegen und das Zimmer bewacht. Die Tigerangst verschwand und irgendwann verschwand auch der Tiger.
Wenn es möglich ist und die Angst mit Wesen und Figuren greifbar gemacht werden kann, versuchen wir sie zu personalisieren und dann mit unserer Fantasie einfach umzugestalten.


Beim zweiten Lesen meines Artikels klingt es für mich ein wenig so, als würden wir im Hause Päng die Angst all zu stark thematisiseren. Tatsächlich ist sie phasenweise wirklich ein großes Thema.

Aber Angst ist nichts Lächerliches und schon gar kein Tabuthema. Darüber zu sprechen ist wichtig.
(Es gibt natürlich ein Unterschieden zwischen "über Angst reden" und "Angst mit Worten schüren". ) Ich habe mir wochenlang die Nächte um die Ohren geschlagen, weil ich eine unsagbare und nicht unbegründete Existenzangst hatte. Das Sprechen darüber hat mir sehr geholfen.
Wir haben alle Angst. Es ist völlig normal Angst zu habe.
Und wisst ihr was? Nur wer Angst hat, kann auch mutig sein.


Lieblingsgrüße!

26 Januar, 2018

shower power - Grüne Gedanken im Badezimmer

(sorry, not sorry, es ist viel Text geworden - ich bin gespannt, wer bis zu Ende durchhält) 

Shampoo, Spülung, Haarkur, Duschgel, Duschpeeling. Alles in regenbogenbunten Plastikflaschen.
Eine Zeit lang habe ich meine Duschvorräte in einem Schwarz-Weiß-Farbschema gekauft. Nicht wegen der Funktion oder dem Preis, sondern wegen der Kunststoff-Optik.


Doch vor einiger Zeit habe ich meine Duschgewohnheiten radikal geändert. 
Damals zu meiner Schande noch nicht aufgrund eines ökologischen Hintergrundgedankens.
Ich gehörte zu denen, die täglich unter die Dusche hüpften, und ausgiebig einen langen anstrengenden Tag mit viel heißem Wasser abduschten. Am Wochenende kam es vor, dass ich mich zwei mal unter die Dusche stellte. Morgens nach dem Aufstehen und am Nachmittag nach dem Sport, Schwimmbadbesuch oder vor dem Ausgehen.
Ich fühlte mich nie richtig sauber, schwitzte bereits nach dem Duschen wieder irrsinnig, meine Haare waren stumpf, platt und dünn und meine Haut juckte oft.

Im Sommer diagnostizierte mir ein Arzt dann eine Hautkrankheit. Meine Haut sei stark ausgetrocknet und entwickle Pilze. Der Grund: Ich dusche zu oft, zu heiß und zu lange und mit zu vielen chemischen Bestandteilen.

oh.

 
heute: nach zwei Tagen duschfrei immer noch fresh

Es galt also, sich nach Alternativen umzusehen und den Duschturnus zu reduzieren.
Low-Poo und klare Duschsubstanzen empfahl mir der Arzt.
Anfangs setzte ich auf Babyshampoo. Mittlerweile bin ich der Umwelt zu Liebe vollständig auf unverpackte Shampoobars umgestiegen. Mein momentaner Liebling ist ein Kokosduft-Bar von Sauberkunst. Es schäumt super, was den Umstieg leicht macht, riecht lecker und kommt nur in einer dünnen Papierverpackung. Die Haare fühlen sich nach dem Waschen leicht und luftig an.


Mein anfängliches Problem:
Das Haarekämmen fällt ohne Spülung schwer und nach dem Trocknen "fliegen" die Haare, wie elektrisiert. 
dödomm... Aber ich blieb standhaft und versuchte es weiter. Und tatsächlich: die Probleme legten sich nach ein paar Wochen komplett. Der Grund, neben der Gewöhnungszeit: auch persönliches Fehlverhalten. Ich habe mein Haar nach dem Waschen mit einem Handtuch trocken gerubbelt. Mit Spülung, Konditioner und Haarkur im Haar geht das gut, aber ohne diesen Plastikmist kommt man dann mit einer Haarbürste eben nicht durch. Meinen Haaren tut es gut, wenn man sie nur mit den Handtuch trockendrückt und danach lufttrocknen lässt. Im trockenen Zustand komme ich super durch meine Haare. (Achtung: Ich habe glattes, feines Haar und keine Ahnung, wie dicke Locken auf dieses Prozedere reagieren)

vorne mein Kokos-Shampoobar nach 3 Monaten Verwendung

Abgesehen von den Haarwaschsubstanzen wollte ich auch an der Haarwaschhäugikeit arbeiten. Eine direkte Umstellung auf 10-Wochen-waschfrei konnte ich mit meinem eigenen Wohlbefinden nicht vereinbaren. Ich verlängerte die Zeit zwischen den Haarwäschen schrittweise. Überbrückte mit Mützen, Duttfrisuren und Trockenshampoo. Und das klappte ganz wunderbar. Akutell wasche ich meine Haare ungefähr zwei mal pro Woche (statt wie zuvor bis zu 9 mal pro Woche). Ziemlich gut, oder?


Ob man bei diesen grünen Gedanken im Badezimmer auch die Geldspar-Rchnung lohnt, hängt von den eigenen Gewohnheiten ab. Ich gebe für Shampoo und Spülung gerne Geld aus (zuletzt 3,99€ für Syoss Shampoo, 6,99€ für Aussie Spülung,). Bei einem 9-mal-pro-Woche-Duschrhytthmus reicht das Shampoo nicht lange und kostet hochgerechnet echt viel.

Ich benötigte 6 Shampoo- und 6 Spülungflaschen im Jahr
Das sind 186€ im Jahr
Das sind ca. 800g Plastikmüll im Jahr

Nur ich, nur hier, nur beim Haare waschen
Die Shampoobars von Sauberkunst kosten zwischen 5,00€ und 8,00€ und halten mit einem 2-mal-pro-Woche Turnus logischerweise ewig. Den Kokosbar von Sauberkunst benutzen wir zu zweit und ich vermute dass er uns so gut ein halbes Jahr ausreichen wird.
Mit meiner neuen Gewohnheit spare ich nicht nur Plastikmüll, sondern auch Zeit, Geld, und Wasser. Und der Extrabonus: Meine Haar sind viel gesünder, glänzender und fetten auch nach drei Tagen noch nicht.


Wie macht ihr das? Seid ihr Duschjunkies oder möchtet ihr auch nachhaltiger handeln?

Und noch was anderes: Wer von euch hat schon mal Roggenmehl als Waschsubstanz für die Haare verwendet? Habt ihr Tipps für mich? Zugegeben, der Gedanke sich Mehl in die Haare zu schmieren, ist seltsam, aber die Gründe die dafür sprechen sind zahlreich: keine Tenside, der totale Minimalismus, Kosten und Verpackung gleich Null! Ich frage mich, ob mir das nicht doch "zu sehr Ökotante" ist. Aber wie kann man etwas verteufeln, wenn man es nicht vorher getestet hat, oder?




Lieblingsgrüße!


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Weiter reduzieren möchte ich meinen Waschturnus übrigens nicht. Eine reinigende Dusche und Haarwäsche gehört für mich zu meinem Wohlfühlprogramm. Ein nachhaltigerer Mittelweg zwischen den Extremen "Ökotante" und "Luxusweib" ist für mich erstrebenswert. Ohne Verzicht, aber auch ohne Verschwendung.
Den Kokosbar gibt es hier.

Und? Wer hat bis zum Ende gelesen? Kommentiert mit #allesgeschafft wenn ihr dabei geblieben seid!