11 April, 2017

Das Zuckerexperiment - Woche 2: Auf und ab und hungrig

Woche 1 meines Zuckfrei-Experiments hat mich ja regelrecht euphorisch zurück gelassen. Am Montag starte ich ebenso begeistert und bin ganz sicher, dass das Experiment ein Klacks wird.

Wie es mir tatsächlich ergangen ist? Lest selbst:



Tag 8 - Montag
Ich entdecke eine unfassbare Energie und ein Gefühl von Leichtigkeit.
Es mag auch am Frühling liegen und an der Sonne auf meiner Nase, aber ich habe ein richtig gutes Bauchgefühl!
Der Arbeitstag war nervenaufreibend und richtig anstrengend! Abendessen kochen? Jetzt noch?
Normalerweise hätte ich mir sicher Schokolade und etwas Mäusespeck gegönnt, vielleicht ein paar Scheiben Käse, hätte meine schmerzenden Beine aufs Sofa gelegt und mich am Abend noch zu einer kleinen Sportsession gezwungen (Schokolade ausgleichen).

Heute ist es anders. Da ist noch genug Energie für den Rest des Tages! Ein kurzer Spurt unter die Dusche, dann bereite ich fröhlich summend ein leckerleichtes Abendessen zu und habe anschließend noch Lust mit dem Zuckermädchen zu spielen.
Später knuspere ich ein paar Maiswaffeln (0,5g/100g) und versuche mich an meiner Steuererklärung.
Sport gibt es heute aus schlichten Zeitmangel nicht. Macht nichts. Ich muss ja auch nicht ausgleichen

Tag 9 - Dienstag

Am Morgen werde im Badezimmer mit einer Überraschung belohnt: Mein Bauch ist viel flacher!
Ich habe nicht speziell trainiert oder wenig gegessen. Trotzdem fühle ich mich drahtig und weniger aufgebläht.
Aber ich bin hungrig heute!
Trotz reichhaltigem Frühstück und Snack hängt mein Magen um 11 Uhr am Boden und ich kämpfe mich durch bis zum Mittagessen. Wie im Wahn öffne zu Hause Schränke und Schubladen und suche nach schneller Energiezufuhr, während ich koche.
Ich halte durch, trinke ein großes Glas Kokosmilch (1,9g/100g) und ziehe später meine Laufsachen an. Nach einem Run mit dem Mädchen (sie auf dem Rad) stürze ich mich in die Gartenarbeit. Die Lust auf schnelle Energiezuführ ist weg. Ha! Da habe ich mich gut ausgetrickst.
Am Nachmittag knallt mir der Hunger wieder mit voller Wucht in die Magengrube, trotzdem ich nach dem Lauf noch einmal etwas gegessen habe. Ich suche nach Snacks, mampfe Nüsse und Dinkelcracker, esse Quark und eine halbe Avocado, doch werde einfach nicht richtig satt.
Am Abend steht der Lieblingslehrer mit Baguette und Salami vor der Tür. Hallo! Hunger! Gib her!
Es gibt Gemüsesticks und Dips (2,8g/100g) dazu und ich haue richtig rein. Ich bin mir unsicher: Wieviel Zucker enthalten Salami (1g/100g) und Baquette (4g/100g)? Am nächsten Tag recherchiere ich im Netz und entscheide: Das war schon in Ordnung



Tag 10 - Mittwoch
Um meinen Appetit zu regeln gibt es heute eine große Frühstücksportion und ein Extraobst. Auch in der Pause bei der Arbeit gibt es diesmal mehr zu futtern.
Doch der Hunger hat mich voll im Griff! Es ist nicht einmal so, dass ich Lust auf Süßkram hätte. Dem kann ich nach wie vor gut widerstehen. Aber ich scheine einfach nicht richtig satt zu werden. Ich fühle mich wie die kleine Raupe Nimmersatt und kann mich deshalb heute gar nicht richtig konzentrieren.
Bis zum späten Nachmittag habe ich 200g Nüsse gemampft (Meine Lieblinge: Walnüsse, Mandeln, Pekannüsse und Cashews). Ich hatte gar nicht gewusst, dass Nüsse eigentlich süß schmecken! 
Na klar, die enthalten ca. 4g Zucker pro 100g.
Aber wusstet ihr, dass Nüsse helfen den Cholesterinspiegel im Blut zu senken, den Zuckerwert stabilisieren, das Risiko für einige Krebsarten mindern, Konzentration und Lernfähigkeit erhöhen und das Gedächtnis stärken? Kleine Zauberpakete!
Trotzdem hab ich heute das Gefühl, dass etwas fehlt.

Tag 11 – Donnerstag

Wo ist eigentlich mein Mittagstief hin?
An Dienstagen und Donnerstagen, wenn ich nach dem Mittagessen nicht wieder zur Arbeit muss, überkommt mich oft eine unsagbare Müdigkeit. Ich mir gelegentlich einfach eingestanden, dass ich müde bin und eine Pause brauche und habe mich mit einem 35 Minuten Timer tatsächlich einfach mitten am Tag ins Bett gelegt.
Seit elf Tagen bin ich auch Mittags fit und gut zufrieden und habe heute direkt Lust auf ein kleines Workout.

Kettlebell und Hanteln für Muckis



Nach 12 Tagen – Freitag
Heute steht mein Experiment auf dem Prüfstand:
Einkaufen nach der Arbeit (ihr wisst: Mein Hungernotstandszeitpunkt!), Eisessen mit einer Freundin und eine Einladung bei den Nachbarn zum Feiern einer Geburt. Mir ist klar: Ich brauche einen Plan!

Vor dem Einkauf gibt es 3 Datteln. Im Einkaufswagen landen nur gesunde Lebensmittel. Jeah!
Mittags muss es schnell gehen. Schlichter Couscous nur mit Salz reicht mir. In der Eisdiele berichte ich meiner Freundin von meinem Zuckerbefreiungsplan und bestelle einen Cappuccino. Den Schokocookie den es dazu gibt, bekommt das Mädchen.
Psssst: Für den Notfall habe ich mir einen eisgekühlten Eiweißshake gemixt (3g/100g) und ihn in der Tasche dabei. Ich brauche ihn nicht, genieße den Cappuccino und fühle mich den anderen Gästen fieserweise überlegen.
Abends kralle ich mich an einer Bierflasche fest. Irgendwann überkommt mich die gemeinschaftliche Feierlaune. Zum Glück werde ich am nächsten Tag wenigsten mit Kopfschmerzen bestraft.
Egal. War ein lustiger Abend und ein guter Tag!


Tag 13 - Samstag
Der Tag startet etwas langsamer. Aber dafür ganz gesund und mit Yoga. Bis zum Nachmittag halte ich mich gut. Ich bin zwar hungrig, finde aber genug zuckerfreie Alternativen.
Doch dann kommt die Zuckerlust.
Ich habe den Proteinriegel mit satten 26g/100g Zucker schon in der Hand. Ich will nicht, doch ich öffne ihn, sehe den Schokoladenüberzug und merke, wie mir das Wasser im Mund zusammen läuft. "Komm schon. Tu es doch einfach. Sieht doch keiner!" Meine Hände zittern leicht.
In letzter Sekunde, schüttle ich bestimmt den Kopf,  lasse den Riegel wieder in die Schublade fallen und koche mir eine Tasse Couscous. Krass... jetzt verstehe ich den Begriff 'Zuckersucht'.
Anschließend stopfe mich mit Datteln und Nüssen voll und ärgere mich, weil es sich anfühlt, als hätte ich noch nichts gelernt.
 

Zum Frühstück gibt es Quark mit Greenz


Tag 14 - Sonntag
Erst glaube ich den Hunger endlich im Griff haben. Morgens bin ich voller Energie, mache den Haushalt, starte einen Lauf, Frühstücke gut und gesund. Genieße die Sonne und verbringe den Nachmittag mit dem Mädchen. Alles läuft ganz wunderbar sonntagslike.
Nur abends bin ich wieder unglaublich hungrig. Nach dem Abendessen gibt es Couscous, nach dem Couscous gibt es einen Joghurt, nach dem Joghurt mache ich mir eine riesige Schüssel salziges Popcorn. Satt bin ich irgendwie nicht, aber auch nicht überfressen oder hungrig.  Lust auf Süßkram habe ich nicht.


Aber: Hey! Meine Haut wird wieder besser und heilt! Gut so, mein Makeup Döschen ist fast leer.




Der Rückblick auf Woche 2
Nachdem die erste Woche fast ein Kinderspiel war, erging es mir in dieser Woche doch etwas anders. Es war sehr viel schwieriger durchzuhalten, da ich ständig Hunger empfand und mich die guten, gesunden und nicht unbedingt weniger reichhaltigen Lebensmittel einfach nicht sättigen wollten. Ich schwankte ständig zwischen: "Nein, danke, ich habe kein Verlangen nach Zucker." und "Verdammtermistichbrauchdenscheißjetztaber!!!" 
 
Positiv ist jedoch:
Vor dem Zuckerexperiment war es relativ normal, dass ich am Tag eine Flasche Zerocoke brauchte. Jetzt interessiert mich die angebrochene Flasche Zero Coke nicht die (Kakao-) Bohne. Ich ziehe die Wasserflasche vor. 

Außerdem liegt hier seit zwei Wochen eine unberührte Tafel Zartbitterschokolade. Ich gebs zu: Sie liegt versteckt unter der Tupperdose mit den Nüssen. Aus den Augen aus dem Sinn. Doch das Zuckermädchen sie entdeckt und ein Stück gegessen. Als sie abbiss krümelten Schokosplitter auf das helle Sofa. Aus reiner Gewohnheit stippte ich sie mit dem Zeigefinger auf und ließ sie in meinem Mund verschwinden. Uhhh! War das süß! Der Schokoladengeschmack von dem winzig keinen Schokosplitter hielt sich stundenlang auf meiner Zunge! 



Und wie war es bei euch? 
Lieblingsgrüße!

 

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